Artikel zitiert aus der Zeitschrift:
Siegener Zeitung 2011

Eine Herkulesaufgabe für das gesamte Team

Röcher GmbH & Co KG baut riesige hydraulische Presse

Dreis-Tiefenbach. 3500 – 380 – 1249, das sind die beeindruckenden Daten einer hydraulischen Presse, die zurzeit in
Dreis-Tiefenbach im Siegerland entsteht. 3500 Tonnen Presskraft, 380 Tonnen Eigengewicht und 1249 Kilometer Transportweg bis zum Einsatzort. Die Firma Röcher hat vor nur einem Jahr den Auftrag erhalten, eine Richtpresse für Grobbleche zu bauen. Auftraggeber ist der indische Stahlriese Tata Steel, der in seinem Stahlwerk in Motherwell, Schottland, derzeit insgesamt 8,5 Mill. Pfund in die Erweiterung seiner Stahlproduktion investiert.


Tata ist der zweitgrößte Stahlproduzent in Europa und der siebtgrößte weltweit. Nach der Übernahme des britischen
Staatskonzerns British Steel hat Tata ein Investitionsprogramm aufgelegt, das in der Größe für den Stahlbereich in Schottland einmalig ist. Das Herzstück dieser Anlage ist eben die Richtpresse, die künftig dreischichtig, sieben Tage pro Woche Bleche richtet, die ihre künftige Verwendung vor allem im Windkraftbereich finden sollen.


Bis zu 200 Millimeter starke, 4000 Millimeter breite und 19 Meter lange Bleche werden auf dieser „Straightening Press“
gerichtet, um anschließend gebogen zu werden. Gebogen, um dann in Längsrichtung aus je drei Platten zu einem mächtigen Rohr verschweißt zu werden. Diese Rohre werden als Grundträger für Off-Shore-Windkrafttürme in den Meeresgrund gerammt und dienen dann als Basis für die darauf zu errichtenden, weithin sichtbaren „Windmühlen“.


Die neue Presse des heimischen Unternehmens soll eine inzwischen betagte Anlage ersetzen, die den jetzigen Produktionsanforderungen nicht mehr gerecht wird. Bleiben wird alleine die Farbe, blau, alle übrigen Merkmale der
Presse werden um einen „Quantensprung“ verbessert, so Geschäftsführer Heiko Röcher. Die hydraulische Presse werde eine erhebliche Beschleunigung in der Kapazität des Walzwerks bedeuten, das jetzige „Nadelöhr“ in der Produktion
wird beseitigt. Zusätzlich werden heute höhere Anforderungen an Genauigkeit, Sicherheit und Automation gestellt. Tata
hat bei der Auswahl des Lieferanten besonders auf eine solide und dauerfeste Technik geachtet. Röcher wickelt diesen
Auftrag nach eigenen Angaben in Rekordzeit ab, da dem Abnehmer selbst nur ein kurzes Zeitfenster zur Einbringung
der Maschine ins Walzwerk zur Verfügung steht.

Nicht nur, dass es ein großer Einzelauftrag für das Netphener Unternehmen ist: Zusätzlich hat auch der Umzug aus den alten, gemieteten Räumlichkeiten von Deuz nach Dreis Tiefenbach – in eine Immobilie aus dem Unternehmensverbund – die Firma und seine Mitarbeiter
bis an den Rand der Belastbarkeit geführt. Von einer „Herkulesaufgabe“ spricht Heiko Röcher.

Die seit dem Jahr 1946 bestehende Firma gehört übrigens zu einem Firmenverbund
von insgesamt fünf Firmen:

Röcher
GmbH & Co KG, Asdorf-Maschinen
GmbH & Co KG, Asdorfer Eisenwerk
GmbH, Sedna Technologies GmbH und
Schweisspunkt Dreisbach GmbH & Co KG.
Assoziiert ist außerdem die Beratungsgesellschaft
IFAS GmbH aus Siegen.


Dieser Verbund, der für eine Maschinenfabrik eine außerordentlich hohe Fertigungstiefe besitzt, hat insgesamt Unterstützung in diesem ehrgeizigen Projekt geliefert. Außer der jetzigen 3500-Tonnen-Presse haben auch schon 1-Tonnen-Anlagen das Fabriktor passiert. Die durchschnittliche Pressenkraft der gefertigten Maschinen liegt zwischen 60 und 1600 Tonnen. Das Lieferprogramm beinhaltet nicht nur hydraulische Pressen für die Umformtechnik, die Blechumformung und die Automotive-Industrie, sondern auch Richtpressen für Stahl- und Rohrwerke. Zusätzlich liefert Röcher hydraulische Feinschneidpressen, Sondermaschinen, Bandanlagen, Automation, kundenspezifische Lösungen, Pressenservice, Sicherheitsprüfungen an hydraulischen Pressen, Dienstleistungen und Maschinenkomponenten.

sz

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Beeindrucked:
Die 3500-Tonnen-Presse ist riesig